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#twankenhaus

Der Oma ihre neue Hüfte

18. September 2020

Es ist Freitagabend 23:30h die ZNA ist voll, Patienten reichen sich die Klinke in die Hand. Gestresste Ärzte in Weiterbildung versuchen im Trubel selber nicht unterzugehen.

Die Wagenhalle ist voll mit KTW, der letzte bringt die klassische Schenkelhalsfraktur nach Stolpersturz über Teppichkante in häuslicher Umgebung. 

Die Dame ächzt unter Schmerzen, der Blick auf das fehlrotierte verkürzte linke Bein offenbart die Blickdiagnose. Es ist 23:50h die Dame ist zwischenzeitlich geröntgt, das EKG und die Blutentnahme laufen.
Frau Müller ist schockiert, sie braucht eine „neue Hüfte“ und bittet darum, die Tochter anzurufen. Auch diese ist schockiert, verspricht aber die Medikamentenliste mitzubringen und auch die altersschwache Katze der Mutter zu füttern und zum Aufklärungsgespräch vorbeizukommen.

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Thesenpapier des Twankenhaus e.V. zur zunehmenden Kommerzialisierung und fehlgeleiteten Ökonomisierung des Gesundheitswesens

18. September 2020

 

Das Twankenhaus hat sich seit seiner Gründung zum Ziel gesetzt, die Missstände im Gesundheitswesen zu benennen und Lösungsansätze aufzuzeigen. Wir meinen: Von der Maßgabe einer menschlichen Medizin für Patient:innen und Gesundheitsberufe müssen sich Politik, Akteur:innen und Arbeitgeber:innen bei der Gestaltung des Gesundheitssystems leiten lassen.

Die zunehmende Kommerzialisierung und fehlgeleitete Ökonomisierung des Gesundheitswesens stehen diesem Leitgedanken nahezu konträr entgegen.

In der Themenwoche #WunschUndWirklichkeit im Mai 2019 haben die Auswirkungen der Kommerzialisierung auf den medizinischen Arbeitsalltag einen großen Teil der Debatte gestaltet. Die Analysen dazu sind auch in unserem im Oktober 2019 veröffentlichten Positionspapier zu finden. Wir haben uns auch mit unserer Mainzer Erklärung im September 2019 gegen die fehlgeleitete Ökonomisierung in allen Sektoren gestellt und das Twankenhaus hat im Oktober 2019 den Appell „Mensch vor Profit“ unterstützt. 

Nun werden wir in einer Themenwoche noch intensiver zur Kommerzialisierung der Gesundheit und was dies mit Patient:innen wie Angehörigen der Gesundheitsberufe macht, diskutieren und arbeiten. Zum Auftakt dieses Diskurses haben wir einige grundlegende Thesen, die unsere Haltung bislang geprägt haben, formuliert. Weiterlesen…

Wir sind das Twankenhaus 

19. April 2019

Wir sind das Twankenhaus. Wir sind ein „next generation thinktank“ im Gesundheitswesen.

Wir sind die Gesundheitsdienstler von heute, die ein System von gestern zu einer Medizin von morgen verändern wollen. Überparteilich und neutral.

Wir sind ca. 50 Mitglieder des Gesundheitswesens und haben Vertreter aller Professionen in unseren Reihen: Pflegekräfte, Ärzt*innen, Student*innen, Menschen aus dem Rettungsdienst, Patientenvertreter*innen, Physiotherapeut*innen. Kennen- und lieben gelernt haben wir uns im Herbst 2018 auf Twitter und beschlossen, uns zu treffen. Das Treffen fand im Februar statt. 

Seitdem ist viel passiert: Das Twankenhaus ist jetzt ein eingetragener Verein, es war in Zeitungen (SGP Report; Die Zeit) und in Online-Artikeln (Krautreporter.de, Jetzt.de).

Das Ziel unseres Thinktanks ist, auf die derzeitigen Missstände im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen. Denn das Arbeiten in diesem System gefährdet Patientenleben und zerstört die Gesundheit der Mitarbeiter*innen. Wir alle in unseren Berufen lieben unseren Job und brauchen keinen roten Teppich. Aber menschenwürdiges Arbeiten und Zeit für unsere Patient*innen brauchen wir alle. 

Wie wir arbeiten und was uns auszeichnet

Das Twankenhaus zeichnet sich durch einen unkonventionellen Arbeitsstil aus, der basisdemokratisch funktioniert und die Mitsprache aller seiner Mitglieder zulässt. Regelmäßiger, intensiver Diskurs auf multiplen Kanälen, Telefonkonferenzen, persönliche Treffen – das Twankenhaus nutzt vielfältige Kommunikationswege, um alle Agierenden einbinden zu können. 

Regelmäßige Themenwochen auf Twitter binden Nicht-Mitglieder ein und wünschen und fordern aktive Mitsprache, damit die Perspektive aller Betroffenen eingebunden wird.

Blogbeiträge von Externen und Internen auf der Homepage ergänzen die kurzen Twitter-Botschaften. Und aus all den Meinungen und Eindrücken wird ein Positionspapier entworfen, in dem Stellung genommen wird zu der aktuellen Stimmungslage und den Verbesserungs- und Lösungsvorschlägen. 

Das Twankenhaus arbeitet frei von Profitdenken, denn keines der Mitglieder verdient etwas an seiner Arbeit im Twankenhaus. Alle Mitglieder stehen mitten im Berufsleben und können entweder im Schutz der Anonymität oder frei mit ihrem Klarnamen ihre Gedanken äußern – denn nur so schafft man ein Abbild der gesamten Situation. 

Das Twankenhaus als Thinktank ist frei von Konkurrenzdenken, da alle Mitglieder entsprechend ihrer stärksten Kompetenz eingesetzt werden. Manche kümmern sich um die Technik, manche um das Schreiben, manche bedienen die sozialen Medien und manche agieren im Hintergrund als Organisatoren. 

Die Arbeit des Twankenhaus basiert auf drei Säulen: 

  1. Der Diskurs über Missstände und drängende Veränderungen im Gesundheitswesen
  2. Die Erarbeitung von Positionspapieren und Handlungsempfehlungen
  3. Die praktische Umsetzung der Ziele in Form von Arbeitsgruppen 

Neben der theoretischen Säule über Positionspapiere und die Homepage gibt es multiple Arbeitsgruppen, die ganz konkrete Themen bearbeiten: Gesundheitsbildung in der Bevölkerung, Rettungsdienst und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind die Kernthemen der Arbeitsgruppen. 

Was wir uns wünschen 

Kurz gesagt: Wir wünschen uns mehr Zeit. Zeit für die Patient*innen und für unsere Familien durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wünschen uns bessere Arbeitsbedingungen, eine fundierte Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wir wollen den Beruf, den wir lieben, wieder gerne ausüben. 

Und dafür benötigen wir weiterhin Input von Internen und von Externen. Von Patient*innen, von Pflegefachkräften, Ärzt*innen, Therapeut*innen, Sanitäter*innen und Fachfremden. Das Twankenhaus ist bereits jetzt ein Abbild eines Krankenhauses, wie es in Zukunft funktionieren könnte. 

Schwesterfraudoktor für das Twankenhaus

Unsere Klinik geht „on the line*“ – oder: #KränklicheDigitalisierung im Krankenhaus

17. Februar 2020

Vor ein paar Jahren wurde uns angekündigt, die digitale Patientenakte sollte kommen. Start wäre die Intensivstation mit einem eigenen System.

Zu meiner Ausbildungszeit auf Intensiv (2012) gab es noch riesige (DIN A3 oder DIN A2?) Kurvenblätter mit mehreren Seiten pro Tag, in die alle Werte, Ereignisse, Medikamente, Perfusoren etc. eingetragen wurden und wenn man Nachtdienst hatte, musste man die für jeden Patienten für den nächsten Tag vorschreiben, sprich die Medikamente etc. fehlerfrei übertragen.

Hierzu ist vielleicht noch erwähnenswert, dass in derselben Stadt an der Uniklinik bereits seit bestimmt 10 Jahren ein gut funktionierendes digitales System auf einzelnen (!) Intensivstationen in einem (!) Haus existierten.

Nun war es also am Stadtrand so weit. Weiterlesen…

#Digitalisierung – im Wandel der Zeiten

16. Februar 2020

In meiner bisherigen Tätigkeit war ich verschiedenen Graden der Digitalisierung im Gesundheitssystem ausgesetzt:

Vom Krankenschein-Checkheft in der Kindheit bis zur ersten Power-Point-Vorlesung im Hörsaal, welche eben gerade die getippten und schief gerahmten Dias abgelöst hatte, war es ein stetiger überschaubarer und scheinbar gleichtaktiger Prozess gewesen.

Doch dann ging es zunehmend schneller. Plötzlich schrieb ich meine Dissertation auf einem Notebook und die Literaturrecherche wurde via Endnote eingefügt. Es zählten dabei nur pubmed gelistete Papers, welche einen gewissen Impact factor haben sollten (Damals, mein Junge, waren wir noch mit einem Lochstreifen in der Bibliothek!)  Weiterlesen…

Digitalisierung – Gesundheitsakte – oder: Der peinliche Arztbrief!?

15. Februar 2020

Wir sind glücklicherweise alle sehr unterschiedliche Menschen im Denken, Handeln und auch im „Sorgenmachen“.

Mit dem Thema Digitalisierung in der Medizin kommt nun ein neues „Sorgenkind“ in den Fokus vieler Menschen, die sich aufgrund von akuter oder chronischer Krankheit in medizinischer Behandlung befinden. Um sich dem Thema digitale Patientenakte zu nähern stellen Sie sich folgende Situation vor:

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Digitalisierung, Apps, Online-Sprechstunde aus Patientensicht

14. Februar 2020

Als Patientenvertreterin des Twankenhaus bin ich um einen Blogbeitrag gebeten worden, um aus Patientensicht meine eigenen und sehr persönlichen Überlegungen zum wichtigen Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen einbringen zu können. Mache ich gerne, aber Vorsicht – ich bin fast gnadenlos pro eHealth/Digitalisierung! 😉  Weiterlesen…

Offener Brief an die Gesundheitspolitik

20. Januar 2020
Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn,
Sehr geehrte Landesminister*innen,
Sehr geehrte Fachpolitiker*innen des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen
Bundestages,
Sehr geehrte Gesundheitspolitische Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen,
Sehr geehrte Patientenbeauftragte,

das Gesundheitssystem ist ein krankes System. Pflegenotstand, Therapeut*innen- und Ärzt*innenmangel, Vertrauensverluste und Ratlosigkeit auf Seiten der Patient*innen sowie die ausufernde Ökonomisierung sind in aller Munde. Der unerträgliche Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit, eine vorgestrige Aus- und Weiterbildung und immer schlechtere Arbeitsbedingungen in zahlreichen Gesundheitsberufen beeinträchtigen die medizinische Versorgung. Verschärft werden diese Probleme durch die Entkopplung von medizinischem Fortschritt, Digitalisierung sowie veränderter Erwartungshaltung und Gesundheitsbildung der Patient*innen auf der einen Seite und der Überlastung der Mitarbeiter*innen, Investitionsstau und schlechter Ausstattung auf der anderen Seite.

Obwohl Gesundheit für die Bürger*innen immer als eines der wichtigsten Themen genannt wird, packt die Politik nur Insellösungen an. Manchmal kann man guten Willen unterstellen, oft entsteht der Eindruck von Unkenntnis über die eigentlichen Probleme.

Vor allem aber muss man sich fragen: Haben Sie eigentlich das große Ganze im Blick? Wo ist die Vision eines wirklich guten Gesundheitswesens, das den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt?

Wir wollen und werden so nicht weitermachen!

Deshalb haben sich Menschen aus allen Professionen des Gesundheitswesens gemeinsam mit Patient*innen im Twankenhaus e.V. zusammengefunden. Wir benennen die drängenden Probleme im Gesundheitswesen, skizzieren Lösungen und formulieren konkrete und konstruktive Forderungen. Unser Diskurs ist multiprofessionell, transparent für die interessierte Öffentlichkeit und orientiert sich an Lösungen statt an den Interessen einzelner Gruppen.

  • Wir alle brauchen eine menschliche Medizin mit Zeit für die Patient*innen.
  • Wir alle brauchen eine Ent-Ökonomisierung der Daseinsvorsorge.
  • Wir alle brauchen eine Förderung der multiprofessionellen Zusammenarbeit.
  • Wir alle brauchen deutlich bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.
  • Wir alle brauchen eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung für die Gesundheitsberufe.
  • Wir alle brauchen eine bessere Gesundheitsbildung der Patient*innen.
  • Wir alle brauchen eine bessere Primärprävention inklusive eines ernstgemeinten Klimaschutzes.
  • Wir alle brauchen eine smarte Digitalisierung, die das Vertrauensverhältnis zwischen Patient*innen und Behandlern bewahrt.

Sie lesen viele Forderungen der unterschiedlichsten Interessenvertreter. Warum Sie nun ausgerechnet uns zuhören sollen?

Weil wir Tag für Tag im Gesundheitswesen und mit den Patient*innen arbeiten. Unsere Forderungen und Ideen werden nicht für eine Berufsgruppe entwickelt. Sie sind an den Bedürfnissen der unterschiedlichsten Gesundheitsberufe orientiert und mussten sich im teilöffentlichen Diskurs der sozialen Medien auch den Meinungen und Erwartungen der Patient*innen stellen.

Gemeinsam mit uns kann es Ihnen gelingen, die Vision eines guten Gesundheitswesens zu entwickeln und umzusetzen, in dem alle Gesundheitsberufe auf Augenhöhe und gemeinsam für die bestmögliche Patientenversorgung arbeiten.

Wir werden Ihnen in den kommenden Monaten regelmäßig unsere Konzepte und Forderungen vorstellen und setzen auf Ihre Dialogbereitschaft. Nicht nur für uns. Sondern für die Patientinnen und Patienten. Also die Bürgerinnen und Bürger.

Treten Sie mit uns in den Dialog und lassen Sie das Gesundheitswesen an unserer Zusammenarbeit gesunden.

Mit gespannten Grüßen

Der Vereinsvorstand des Twankenhaus e.V.

Der ganz normale und alltägliche Blaulichtwahnsinn…

30. Juli 2019

Ich stehe mit meinem Kollegen im Lager und arbeite die Bestellliste ab. Zwischen Beatmungsmasken Größe 3 und 4 geht der Melder. Wir lassen alles stehen und liegen und laufen in die Fahrzeughalle. Ich steige in meine Stiefel, ziehe den Stecker der Stromversorgung ab und steige in den RTW. Unser Fahrzeug ist ein Mercedes Sprinter mit Allrad. Hoch und fast 5 Tonnen schwer. Ich bestätige den Einsatz per Digitalfunk (Status 3) und öffne im Navigationsgerät die verkürzte Einsatzmeldung: „Vitale Bedrohung“ Entfernung zum Einsatzort 19 Kilometer. Es geht um ein Menschenleben, wir haben es also sehr eilig. Während ich den Motor starte und das Navigationsgerät die schnellste Route zum Einsatzort errechnet, entert der Notfallsanitäter (mein Beifahrer) das Fahrzeug. Er hat das Einsatzfax in der Hand und etwas mehr Informationen. Wir wissen jetzt, dass ein Notarzt auch unterwegs ist, wie der Patient heißt und unsere Einsatznummer. Ich schalte das Blaulicht ein und wir verlassen die Wache Weiterlesen…

Qualifikationen im Rettungsdienst

28. Juli 2019

Was muss man tun, um beim Rettungsdienst zu arbeiten?

Um im Rettungsdienst arbeiten zu können, muss man eine Qualifikation erlangen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es zwei Möglichkeiten: man wird Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter.

Um Rettungssanitäter zu werden, muss man in Vollzeit einen Monat lang eine anerkannte Schule besuchen. Nach den vier Wochen Schule geht man für vier Wochen in ein Krankenhaus, um in den Bereichen der Notaufnahme, der Anästhesie und manchmal auch auf einer normalen Station zu hospitieren, danach absolviert man ein vierwöchiges Praktikum auf einer Rettungswache. Sind diese drei Monate und gleichzeitig drei Stationen absolviert, geht es zur Abschluss- und Prüfungswoche wieder in die Schule.

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