Digitalisierung – lasst uns dabei sein!

16. Februar 2020

Der neue Stein der Weisen des Gesundheitswesens

Mit der Digitalisierung soll alles einfacher werden. Weniger Papier, bessere Kommunikation untereinander, Entbürokratisierung und der Einsatz neuer Behandlungsmethoden!

Lasst uns Heilmittelerbringer dabei sein!

Ja, auch wir Physios, Ergos, Logopäden, Podologen und Diätassistenten wollen dabei sein!
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Digitalisierung – Gesundheitsakte – oder: Der peinliche Arztbrief!?

15. Februar 2020

Wir sind glücklicherweise alle sehr unterschiedliche Menschen im Denken, Handeln und auch im „Sorgenmachen“.

Mit dem Thema Digitalisierung in der Medizin kommt nun ein neues „Sorgenkind“ in den Fokus vieler Menschen, die sich aufgrund von akuter oder chronischer Krankheit in medizinischer Behandlung befinden. Um sich dem Thema digitale Patientenakte zu nähern stellen Sie sich folgende Situation vor:

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Digitalisierung, Apps, Online-Sprechstunde aus Patientensicht

14. Februar 2020

Als Patientenvertreterin des Twankenhaus bin ich um einen Blogbeitrag gebeten worden, um aus Patientensicht meine eigenen und sehr persönlichen Überlegungen zum wichtigen Thema Digitalisierung im Gesundheitswesen einbringen zu können. Mache ich gerne, aber Vorsicht – ich bin fast gnadenlos pro eHealth/Digitalisierung! 😉  Weiterlesen…

#GesundeDigitalisierung aus Patientensicht

14. Februar 2020

Als Patientin dachte ich bisher nicht oft an Digitalisierung im Gesundheitswesen. Bis 2019 war es für mich immer unauffällig und irrelevant. „Bitte einmal Ihre Karte, danke“ → mehr Kontakt hatte ich dazu nicht. Lediglich in Zettelform begegneten mir Unterlagen, die dann eventuell gescannt wurden.

Durch manche Erlebnisse ändert man Blickwinkel und macht sich so seine Gedanken.

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Offener Brief an die Gesundheitspolitik

20. Januar 2020
Sehr geehrter Herr Bundesminister Spahn,
Sehr geehrte Landesminister*innen,
Sehr geehrte Fachpolitiker*innen des Ausschusses für Gesundheit des Deutschen
Bundestages,
Sehr geehrte Gesundheitspolitische Sprecher*innen der Bundestagsfraktionen,
Sehr geehrte Patientenbeauftragte,

das Gesundheitssystem ist ein krankes System. Pflegenotstand, Therapeut*innen- und Ärzt*innenmangel, Vertrauensverluste und Ratlosigkeit auf Seiten der Patient*innen sowie die ausufernde Ökonomisierung sind in aller Munde. Der unerträgliche Zusammenhang zwischen Armut und Gesundheit, eine vorgestrige Aus- und Weiterbildung und immer schlechtere Arbeitsbedingungen in zahlreichen Gesundheitsberufen beeinträchtigen die medizinische Versorgung. Verschärft werden diese Probleme durch die Entkopplung von medizinischem Fortschritt, Digitalisierung sowie veränderter Erwartungshaltung und Gesundheitsbildung der Patient*innen auf der einen Seite und der Überlastung der Mitarbeiter*innen, Investitionsstau und schlechter Ausstattung auf der anderen Seite.

Obwohl Gesundheit für die Bürger*innen immer als eines der wichtigsten Themen genannt wird, packt die Politik nur Insellösungen an. Manchmal kann man guten Willen unterstellen, oft entsteht der Eindruck von Unkenntnis über die eigentlichen Probleme.

Vor allem aber muss man sich fragen: Haben Sie eigentlich das große Ganze im Blick? Wo ist die Vision eines wirklich guten Gesundheitswesens, das den Menschen wieder in den Mittelpunkt stellt?

Wir wollen und werden so nicht weitermachen!

Deshalb haben sich Menschen aus allen Professionen des Gesundheitswesens gemeinsam mit Patient*innen im Twankenhaus e.V. zusammengefunden. Wir benennen die drängenden Probleme im Gesundheitswesen, skizzieren Lösungen und formulieren konkrete und konstruktive Forderungen. Unser Diskurs ist multiprofessionell, transparent für die interessierte Öffentlichkeit und orientiert sich an Lösungen statt an den Interessen einzelner Gruppen.

  • Wir alle brauchen eine menschliche Medizin mit Zeit für die Patient*innen.
  • Wir alle brauchen eine Ent-Ökonomisierung der Daseinsvorsorge.
  • Wir alle brauchen eine Förderung der multiprofessionellen Zusammenarbeit.
  • Wir alle brauchen deutlich bessere Arbeitsbedingungen im Gesundheitswesen.
  • Wir alle brauchen eine zeitgemäße Aus- und Weiterbildung für die Gesundheitsberufe.
  • Wir alle brauchen eine bessere Gesundheitsbildung der Patient*innen.
  • Wir alle brauchen eine bessere Primärprävention inklusive eines ernstgemeinten Klimaschutzes.
  • Wir alle brauchen eine smarte Digitalisierung, die das Vertrauensverhältnis zwischen Patient*innen und Behandlern bewahrt.

Sie lesen viele Forderungen der unterschiedlichsten Interessenvertreter. Warum Sie nun ausgerechnet uns zuhören sollen?

Weil wir Tag für Tag im Gesundheitswesen und mit den Patient*innen arbeiten. Unsere Forderungen und Ideen werden nicht für eine Berufsgruppe entwickelt. Sie sind an den Bedürfnissen der unterschiedlichsten Gesundheitsberufe orientiert und mussten sich im teilöffentlichen Diskurs der sozialen Medien auch den Meinungen und Erwartungen der Patient*innen stellen.

Gemeinsam mit uns kann es Ihnen gelingen, die Vision eines guten Gesundheitswesens zu entwickeln und umzusetzen, in dem alle Gesundheitsberufe auf Augenhöhe und gemeinsam für die bestmögliche Patientenversorgung arbeiten.

Wir werden Ihnen in den kommenden Monaten regelmäßig unsere Konzepte und Forderungen vorstellen und setzen auf Ihre Dialogbereitschaft. Nicht nur für uns. Sondern für die Patientinnen und Patienten. Also die Bürgerinnen und Bürger.

Treten Sie mit uns in den Dialog und lassen Sie das Gesundheitswesen an unserer Zusammenarbeit gesunden.

Mit gespannten Grüßen

Der Vereinsvorstand des Twankenhaus e.V.

5 vor 12: Gesundheitsdaten aller GKV-Patienten in Gefahr

5. November 2019

Das Twankenhaus hat seit gestern nahezu alle Mitglieder des Deutschen Bundestages angeschrieben, um vor der Verabschiedung des „Digitale-Versorgung-Gesetz“ im Bundestag am Donnerstag, den 07.11.2019 zu warnen.

Das Bundesgesundheitsministerium plant im Rahmen dieses Gesetzes die Weitergabe der Daten von 73 Millionen gesetzlich Krankenversicherter zu Forschungszwecken.

Der Vorschlag einer einfacheren wissenschaftlichen Auswertung ist unter bestimmten Aspekten begrüßenswert, da die Analyse großer Datenmengen die Möglichkeit bietet, Gesundheitszusammenhänge zu erkennen und zu erforschen. Dadurch können Präventionsmaßnahmen, Therapien und die allgemeine Gesundheitsversorgung verbessert werden.

Gesundheitsdaten sind jedoch besonders schützenswerte und hochsensible Daten mit einem erheblichen Missbrauchspotential.

Der Entwurf sieht vor, umfassende Gesundheitsdaten unverschlüsselt und nicht anonymisiert an den GKV-Spitzenverband zu übermitteln. Die technische Vorgabe dazu soll erst im Verlauf erarbeitet werden. Es bleibt unklar, wie eine Identifikation Einzelner nach erfolgter Pseudonymisierung nachhaltig verhindert werden kann.

Wer in welchem Rahmen Zugriff auf die Daten erhält, muss aber gesetzlich geregelt werden, um die Weitergabe und Verwendung entgegen ihres ursprünglichen Zwecks zu verhindern.

Der Verein Twankenhaus e.V., betrachtet den Gesetzesentwurf angesichts der offenen Fragen mit großer Sorge und warnt vor der Verabschiedung dieses Gesetzes, sofern es nicht in folgenden wesentlichen Punkten überarbeitet wird:

  • Anonymisierung statt Pseudonymisierung: Rückschlüsse auf die Daten Einzelner dürfen prinzipiell nicht möglich sein. Des Weiteren muss die Anonymisierung den Mindeststandards von Ethikkommissionen, wie sie im Rahmen von Forschungsvorhaben angewendet werden, entsprechen. Es muss sichergestellt sein, dass die Standards der Verschlüsselung sich laufend den technischen Entwicklungen anpassen, um auch in Zukunft den Datenschutz durchgängig zu gewährleisten.
  • Anonymisierung von Anfang an: Patientendaten müssen vor ihrer Weitergabe bereits durch die Krankenkassen anonymisiert werden und nicht erst zum Zeitpunkt der Verarbeitung durch Organisationen.
  • Zustimmungslösung: Patienten müssen der Verarbeitung ihrer Daten aktiv zustimmen. Hierfür ist eine vollständige schriftliche Aufklärung über die verwendeten Verschlüsselungsverfahren und Sicherheitsebenen notwendig.
  • Ethische Verwendung der Daten: Leitlinien müssen sicherstellen, dass die Daten unter ethischen und medizinischen Maximen verwendet werden, um auch insbesondere die Rechte von Minderheiten bzw. besonderen Patientengruppen zu schützen. Der Schwerpunkt darf nicht auf Kostendämpfung oder ökonomischer Lenkung liegen.
  • Gleichbehandlung: Wenn die Zielsetzung der Datenverwendung die verbesserte Gesundheitsversorgung der Bevölkerung ist, dann dürfen keine Unterschiede zwischen den Daten aus gesetzlicher Krankenversicherung, Beihilfe, privater Krankenversicherung und freier Heilfürsorge gemacht werden. Andernfalls ist eine bewusste Ungleichbehandlung der gesetzlich versicherten Patienten anzunehmen.
  • Öffentliche Diskussion: Die Erhebung und Verwendung aller existierender Gesundheitsdaten ist eine grundsätzliche Veränderung in der Handhabung von Datenerhebung und -schutz. Eine so grundlegende Änderung muss breit öffentlich diskutiert werden.

Bitte helfen Sie mit, diesen Gesetzesentwurf in seiner jetzigen Fassung zu stoppen, in dem Sie unseren Brief (hier der Link zum PDF) per Mail oder in den sozialen Medien teilen und die Ihnen bekannten Politikerinnen und Politiker für dieses so wichtige Thema sensibilisieren.

Wir brauchen ein Team #Twankenhaus

3. März 2019

Kennt Ihr sie auch – die Ärzte der Marke Einzelkämpfer – in welcher Versorgungsform (Arztpraxis oder Krankenhaus) auch immer? Diejenigen, die sich gegenüber Kollegen durchsetzen mussten, ihre Versorgungsbereiche schützen und auf Kosten der Umliegenden ausbauen wollten? Ich kenne genügend von dieser Sorte. Das Wort Teamwork kam selten in ihrem Sprachgebrauch vor, hierarchische Machtstrukturen zeichneten sie aus. Dieses war in der Anfangszeit meiner ambulanten Versorgung immer noch ein vorherrschendes Thema. Das ist allerdings auch bereits mehr als zehn Jahre her. Weiterlesen…

Rettungsdienst und Schnittstelle Intensivstation

31. Juli 2019

Als du zu mir gebracht worden bist, hätte ich keinen Pfifferling für dich gegeben.

Du kamst zu mir in den Schockraum nachdem auf einer Landstraße ein Überholmanöver schief ging und du einen Frontalaufprall mit einem entgegenkommenden Auto hattest. Deine Tochter saß mit im Auto. Du warst das, was wir im Fachjargon Polytrauma nennen.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Weiterlesen…

Lieber Helfer als Gaffer!

30. Juli 2019

Wir alle, die „auf der Straße“ unseren Dienst versehen erleben immer wieder Situationen, in denen unsere Arbeit von Gaffern „begleitet“ wird. Mal mit mehr, mal mit weniger Behinderungen. Aber uns alle eint, dass wir dafür nur Unverständnis aufbringen können. Wer bei google nach dem Begriff „Gaffer“ sucht, der findet eine Vielzahl an Schlagzeilen. „Polizei zählt immer mehr Gaffer bei Unfällen“, „Gaffer behindern Feuerwehr“, mancherorts wird gar der „Gaffer-Alarm“ beschrieben. Wir sehen, das Thema ist tagein tagaus in den Medien präsent. Wir haben keine belastbaren Zahlen, ob das Phänomen wirklich immer schlimmer wird, wie gerne behauptet wird. Wir wollen auch nicht in das allgemeine Wehklage einsteigen, dass ja früher auf jeden Fall alles besser war. Weiterlesen…

Der ganz normale und alltägliche Blaulichtwahnsinn…

30. Juli 2019

Ich stehe mit meinem Kollegen im Lager und arbeite die Bestellliste ab. Zwischen Beatmungsmasken Größe 3 und 4 geht der Melder. Wir lassen alles stehen und liegen und laufen in die Fahrzeughalle. Ich steige in meine Stiefel, ziehe den Stecker der Stromversorgung ab und steige in den RTW. Unser Fahrzeug ist ein Mercedes Sprinter mit Allrad. Hoch und fast 5 Tonnen schwer. Ich bestätige den Einsatz per Digitalfunk (Status 3) und öffne im Navigationsgerät die verkürzte Einsatzmeldung: „Vitale Bedrohung“ Entfernung zum Einsatzort 19 Kilometer. Es geht um ein Menschenleben, wir haben es also sehr eilig. Während ich den Motor starte und das Navigationsgerät die schnellste Route zum Einsatzort errechnet, entert der Notfallsanitäter (mein Beifahrer) das Fahrzeug. Er hat das Einsatzfax in der Hand und etwas mehr Informationen. Wir wissen jetzt, dass ein Notarzt auch unterwegs ist, wie der Patient heißt und unsere Einsatznummer. Ich schalte das Blaulicht ein und wir verlassen die Wache Weiterlesen…