Wir sind das Twankenhaus 

19. April 2019

Wir sind das Twankenhaus. Wir sind ein „next generation thinktank“ im Gesundheitswesen.

Wir sind die Gesundheitsdienstler von heute, die ein System von gestern zu einer Medizin von morgen verändern wollen. Überparteilich und neutral.

Wir sind ca. 50 Mitglieder des Gesundheitswesens und haben Vertreter aller Professionen in unseren Reihen: Pflegekräfte, Ärzt*innen, Student*innen, Menschen aus dem Rettungsdienst, Patientenvertreter*innen, Physiotherapeut*innen. Kennen- und lieben gelernt haben wir uns im Herbst 2018 auf Twitter und beschlossen, uns zu treffen. Das Treffen fand im Februar statt. 

Seitdem ist viel passiert: Das Twankenhaus wird es bald als eingetragenen Verein geben, es war in Zeitungen (SGP Report; Die Zeit) und in Online-Artikeln (Krautreporter.de, Jetzt.de).

Das Ziel unseres Thinktanks ist, auf die derzeitigen Missstände im Gesundheitswesen aufmerksam zu machen. Denn das Arbeiten in diesem System gefährdet Patientenleben und zerstört die Gesundheit der Mitarbeiter*innen. Wir alle in unseren Berufen lieben unseren Job und brauchen keinen roten Teppich. Aber menschenwürdiges Arbeiten und Zeit für unsere Patient*innen brauchen wir alle. 

Wie wir arbeiten und was uns auszeichnet

Das Twankenhaus zeichnet sich durch einen unkonventionellen Arbeitsstil aus, der basisdemokratisch funktioniert und die Mitsprache aller seiner Mitglieder zulässt. Regelmäßiger, intensiver Diskurs auf multiplen Kanälen, Telefonkonferenzen, persönliche Treffen – das Twankenhaus nutzt vielfältige Kommunikationswege, um alle Agierenden einbinden zu können. 

Regelmäßige Themenwochen auf Twitter binden Nicht-Mitglieder ein und wünschen und fordern aktive Mitsprache, damit die Perspektive aller Betroffenen eingebunden wird.

Blogbeiträge von Externen und Internen auf der Homepage ergänzen die kurzen Twitter-Botschaften. Und aus all den Meinungen und Eindrücken wird ein Positionspapier entworfen, in dem Stellung genommen wird zu der aktuellen Stimmungslage und den Verbesserungs- und Lösungsvorschlägen. 

Das Twankenhaus arbeitet frei von Profitdenken, denn keines der Mitglieder verdient etwas an seiner Arbeit im Twankenhaus. Alle Mitglieder stehen mitten im Berufsleben und können entweder im Schutz der Anonymität oder frei mit ihrem Klarnamen ihre Gedanken äußern – denn nur so schafft man ein Abbild der gesamten Situation. 

Das Twankenhaus als Thinktank ist frei von Konkurrenzdenken, da alle Mitglieder entsprechend ihrer stärksten Kompetenz eingesetzt werden. Manche kümmern sich um die Technik, manche um das Schreiben, manche bedienen die sozialen Medien und manche agieren im Hintergrund als Organisatoren. 

Die Arbeit des Twankenhaus basiert auf drei Säulen: 

  1. Der Diskurs über Missstände und drängende Veränderungen im Gesundheitswesen
  2. Die Erarbeitung von Positionspapieren und Handlungsempfehlungen
  3. Die praktische Umsetzung der Ziele in Form von Arbeitsgruppen 

Neben der theoretischen Säule über Positionspapiere und die Homepage gibt es multiple Arbeitsgruppen, die ganz konkrete Themen bearbeiten: Gesundheitsbildung in der Bevölkerung, Rettungsdienst und Vereinbarkeit von Beruf und Familie sind die Kernthemen der Arbeitsgruppen. 

Was wir uns wünschen 

Kurz gesagt: Wir wünschen uns mehr Zeit. Zeit für die Patient*innen und für unsere Familien durch eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Wir wünschen uns bessere Arbeitsbedingungen, eine fundierte Aus-, Fort- und Weiterbildung. Wir wollen den Beruf, den wir lieben, wieder gerne ausüben. 

Und dafür benötigen wir weiterhin Input von Internen und von Externen. Von Patient*innen, von Pflegefachkräften, Ärzt*innen, Therapeut*innen, Sanitäter*innen und Fachfremden. Das Twankenhaus ist bereits jetzt ein Abbild eines Krankenhauses, wie es in Zukunft funktionieren könnte. 

Schwesterfraudoktor für das Twankenhaus

Wir brauchen ein Team #Twankenhaus

3. März 2019

Kennt Ihr sie auch – die Ärzte der Marke Einzelkämpfer – in welcher Versorgungsform (Arztpraxis oder Krankenhaus) auch immer? Diejenigen, die sich gegenüber Kollegen durchsetzen mussten, ihre Versorgungsbereiche schützen und auf Kosten der Umliegenden ausbauen wollten? Ich kenne genügend von dieser Sorte. Das Wort Teamwork kam selten in ihrem Sprachgebrauch vor, hierarchische Machtstrukturen zeichneten sie aus. Dieses war in der Anfangszeit meiner ambulanten Versorgung immer noch ein vorherrschendes Thema. Das ist allerdings auch bereits mehr als zehn Jahre her. Weiterlesen…

Rettungsdienst und Schnittstelle Intensivstation

31. Juli 2019

Als du zu mir gebracht worden bist, hätte ich keinen Pfifferling für dich gegeben.

Du kamst zu mir in den Schockraum nachdem auf einer Landstraße ein Überholmanöver schief ging und du einen Frontalaufprall mit einem entgegenkommenden Auto hattest. Deine Tochter saß mit im Auto. Du warst das, was wir im Fachjargon Polytrauma nennen.

Ich kann mich noch gut an den Tag erinnern. Weiterlesen…

Lieber Helfer als Gaffer!

30. Juli 2019

Wir alle, die „auf der Straße“ unseren Dienst versehen erleben immer wieder Situationen, in denen unsere Arbeit von Gaffern „begleitet“ wird. Mal mit mehr, mal mit weniger Behinderungen. Aber uns alle eint, dass wir dafür nur Unverständnis aufbringen können. Wer bei google nach dem Begriff „Gaffer“ sucht, der findet eine Vielzahl an Schlagzeilen. „Polizei zählt immer mehr Gaffer bei Unfällen“, „Gaffer behindern Feuerwehr“, mancherorts wird gar der „Gaffer-Alarm“ beschrieben. Wir sehen, das Thema ist tagein tagaus in den Medien präsent. Wir haben keine belastbaren Zahlen, ob das Phänomen wirklich immer schlimmer wird, wie gerne behauptet wird. Wir wollen auch nicht in das allgemeine Wehklage einsteigen, dass ja früher auf jeden Fall alles besser war. Weiterlesen…

Der ganz normale und alltägliche Blaulichtwahnsinn…

30. Juli 2019

Ich stehe mit meinem Kollegen im Lager und arbeite die Bestellliste ab. Zwischen Beatmungsmasken Größe 3 und 4 geht der Melder. Wir lassen alles stehen und liegen und laufen in die Fahrzeughalle. Ich steige in meine Stiefel, ziehe den Stecker der Stromversorgung ab und steige in den RTW. Unser Fahrzeug ist ein Mercedes Sprinter mit Allrad. Hoch und fast 5 Tonnen schwer. Ich bestätige den Einsatz per Digitalfunk (Status 3) und öffne im Navigationsgerät die verkürzte Einsatzmeldung: „Vitale Bedrohung“ Entfernung zum Einsatzort 19 Kilometer. Es geht um ein Menschenleben, wir haben es also sehr eilig. Während ich den Motor starte und das Navigationsgerät die schnellste Route zum Einsatzort errechnet, entert der Notfallsanitäter (mein Beifahrer) das Fahrzeug. Er hat das Einsatzfax in der Hand und etwas mehr Informationen. Wir wissen jetzt, dass ein Notarzt auch unterwegs ist, wie der Patient heißt und unsere Einsatznummer. Ich schalte das Blaulicht ein und wir verlassen die Wache Weiterlesen…

Welche Fahrzeuge gibt es im Rettungsdienst?

28. Juli 2019

Die drei am häufigsten eingesetzten Fahrzeugarten sind der Krankentransportwagen (KTW), der Rettungswagen (RTW) und das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF). Einzelne Sonderformen werden am Ende kurz angesprochen.

Der KTW ist meistens ein Fahrzeug unterhalb der Sprinterklasse, häufig VW T5/ T6, Ford Transit oder ähnlich. Aufgabe des KTW ist der Transport von nicht vital bedrohten Patienten, der Transport von nicht gehfähigen Patienten zu medizinischen Untersuchungen und auch die Entlassung von eben diesen Patienten aus dem Krankenhaus wieder nach Hause. Dennoch hat auch der KTW eine in der DIN EN 1789 festgelegte medizinische Ausstattung, so dass auch bei einer Verschlechterung des Patientenzustandes Erstmaßnahmen getroffen werden können. Unter anderem ist dies die Vorhaltung von Sauerstoff, ein AED (automatischer externer Defibrillator), ein Notfallrucksack oder -koffer, Verbandmaterial, Schienungsmaterial und ähnliche Dinge. Dies kann sich regional deutlich unterscheiden, so wird häufig in ländlichen Bereichen eine ähnliche Ausstattung vorgehalten, wie sie sonst nur im RTW vorhanden ist. Dies ist damit zu begründen, dass insgesamt weniger Fahrzeuge vorgehalten werden als im städtischen Bereich und bei mehreren parallelen Notfällen auch mit dem KTW eine entsprechend qualifizierte Erstbehandlung möglich ist.

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Qualifikationen im Rettungsdienst

28. Juli 2019

Was muss man tun, um beim Rettungsdienst zu arbeiten?

Um im Rettungsdienst arbeiten zu können, muss man eine Qualifikation erlangen. Zum jetzigen Zeitpunkt gibt es zwei Möglichkeiten: man wird Rettungssanitäter oder Notfallsanitäter.

Um Rettungssanitäter zu werden, muss man in Vollzeit einen Monat lang eine anerkannte Schule besuchen. Nach den vier Wochen Schule geht man für vier Wochen in ein Krankenhaus, um in den Bereichen der Notaufnahme, der Anästhesie und manchmal auch auf einer normalen Station zu hospitieren, danach absolviert man ein vierwöchiges Praktikum auf einer Rettungswache. Sind diese drei Monate und gleichzeitig drei Stationen absolviert, geht es zur Abschluss- und Prüfungswoche wieder in die Schule.

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Praktikum im Rettungswagen

27. Juli 2019

Seit mein Vater mit einem Herzinfarkt ins Krankenhaus gebracht wurde, wollte ich einen Beruf im Gesundheitsbereich. Also probierte ich nach meinem Schulabschluss einige Bereiche aus. Meine endgültige Wahl fiel auf den Rettungsdienst. Weiterlesen…

Kassenärztlicher Notdienst – ein Blick hinter die Kulissen

26. Juli 2019

Dass der kassenärztliche Notdienst eine wichtige Institution ist, steht außer Frage. Die Notfallambulanzen unserer Krankenhäuser würden sonst von Bagatellen überschwemmt werden für einfach Erkrankungen wie fieberhafte Harnwegsinfekte, Gastroenteritiden, Rückenschmerzen, et cetera. Dieses ist jedoch derzeit schon der Fall – zum einen, weil die Patienten anstatt des kassenärztlichen Notdienstes direkt die Rettungsstellen aufsuchen, zum anderen aber auch wegen der teils sehr unterschiedlichen Qualität der Versorgung.  Weiterlesen…